Smart City Blog

Stadt der Zukunft: Welche Smart Cities sind für die Zukunft gerüstet?

Geschrieben von Laura Puttkamer | 06. August 2023

Das schwedische Softwareunternehmen ProptechOS hat kürzlich einen Smart-City-Index veröffentlicht, der nicht nur untersucht, wie smart eine Stadt bereits ist, sondern auch, wie gut Städte für eine smarte Zukunft gerüstet sind. Der Index zeigt, dass London und Paris in Europa führende Zukunftsstädte sind. Auch Städte in den USA und ihre Bereitschaft, smarter zu werden, wurden analysiert. Lesen Sie hier mehr über die Ergebnisse des Smart-City-Indexes.

Neue Technologien brauchen ein unterstützendes Umfeld

ProptechOS ist ein Softwareunternehmen, das Betriebssysteme für Immobilien anbietet. Im Frühjahr 2023 hat das Unternehmen einen Smart City Index veröffentlicht, der auf Daten seiner Cloud-Lösungen und anderen Proptech-Anwendungen basiert und zeigt, ob Städte mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt halten können. Dafür hat ProptechOS zahlreiche Metriken aus europäischen Städten und den USA gesammelt und zusammengefasst. Hier zeigen wir Ihnen die Indikatoren, die verwendet wurden, um zu erklären, welche Stadt für eine intelligente Zukunft bereit ist und sich Stadt der Zukunft nennen könnte:

1. Technische Infrastruktur und Konnektivität:

  • Kostenlose Wi-Fi Hotspots
  • Breitband Download Geschwindigkeit
  • Verfügbarkeit von Flughäfen
  • Anzahl der IoT-Unternehmen (insgesamt und pro 100.000 Einwohner*innen)
  • Anzahl der 5G-Netzmasten


2. Grüne Infrastruktur:
  • Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte für Elektrofahrzeuge

  • Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge pro 10.000 Einwohner*innen

  • Anzahl der "grün zertifizierten" Gebäude

3.    Technologieorientierter Arbeitsmarkt:
  • Anzahl der Arbeitsplätze im technischen Bereich
  • Anzahl der Arbeitsplätze im Bereich Technologie pro 10.000 Einwohner*innen

Das Unternehmen weist darauf hin, dass neue Technologien nur so nützlich sein können, wie die Infrastruktur und das Umfeld in den Städten, die ihre Nutzung erleichtern. So funktionieren Technologien wie künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge (IoT) und andere Innovationen nur in Städten, die über eine entsprechende digitale Infrastruktur verfügen. Diese Infrastruktur bestimmt somit die Fähigkeit einer Stadt, intelligenter zu werden.


Austin, Texas ist eine der "smartesten Städte" der Welt

Durch die Bewertung verschiedener Indikatoren hat ProptechOS mehrere Städte aufgelistet, die bereits gut für eine intelligente, digitale Zukunft gerüstet sind. Die am besten bewerteten Städte in den Vereinigten Staaten sind Austin, Los Angeles, Seattle, San Francisco, Atlanta, Washington DC, Dallas und New York City. Die texanische Stadt Austin führt das Ranking an, weil sie in den Bereichen technologische und grüne Infrastruktur besonders gut abschneidet. Die Stadt verfügt zudem über eine sehr hohe Anzahl an öffentlich zugänglichen Ladestationen für Elektrofahrzeuge (Platz 8 unter allen verglichenen Städten). Aus gutem Grund ist Austin also nicht nur eine der smartesten Städte der Welt, sondern eine echte "Stadt der Zukunft".

Insgesamt liegen die US-Städte bei der Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen im Technologiesektor weit vor den europäischen Städten. Washington DC, Minneapolis und Oakland führen die Rangliste der Städte mit dem größten Angebot an Technologiearbeitsplätzen an. In der US-Hauptstadt gibt es derzeit mehr als 70.500 offene Stellen, in Minneapolis und Oakland sind es jeweils mehr als 55.000. In den drei Städten gibt es zwischen 1.000 und 1.300 Technologiearbeitsplätze pro 10.000 Arbeitsplätze insgesamt.


Paris und London sind die führenden europäischen Städte

Wenn es um das Potenzial von Smart Cities geht, schneiden europäische Städte im Durchschnitt schlechter ab als Städte in den USA. Dies ist auf Faktoren wie eine geringere Anzahl an Technologiearbeitsplätzen und eine unzureichende grüne Infrastruktur zurückzuführen. Gleichzeitig verfügen europäische Städte tendenziell über mehr Technologie- und Vernetzungsinfrastruktur für die Städte der Zukunft. 

Zwei Städte übertreffen jedoch sogar einige der besten US-Städte: London und Amsterdam. ProptechOS hat herausgefunden, dass London die beste europäische Stadt in Bezug auf das Smart-City-Potenzial ist. Die britische Hauptstadt punktet mit ihrer Technologie- und Netzwerkinfrastruktur, zum Beispiel mit der höchsten Anzahl an 5G-Sendemasten aller untersuchten Städte. Auch die grüne Infrastruktur, zum Beispiel die vielen öffentlich zugänglichen Ladestationen für Elektroautos und die grün zertifizierten Gebäude, sind ein Grund für die hervorragende Bewertung. Obwohl London auf dem technologieorientierten Arbeitsmarkt etwas hinterherhinkt, bietet die Stadt immer noch viele offene Stellen im Technologiebereich. 

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Amsterdam, Berlin, Paris, Lissabon, Oslo, Budapest, Dublin, Madrid und Helsinki sind weitere europäische Städte, die in der ProptechOS-Bewertung des Smart-City-Potenzials unter den Top 10 zu finden sind. Sie alle erreichen die höchsten Werte beim Faktor technologische Infrastruktur und ähnlich hohe Werte bei der grünen Infrastruktur, während der Indikator Tech-Arbeitsmarkt tendenziell niedrigere Werte aufweist.

Vor allem Paris zeigt, dass auch auf dem europäischen Kontinent großes Potenzial vorhanden ist. Die französische Hauptstadt erreicht zwar keine Spitzenwerte, schneidet aber in den meisten ProptechOS-Kategorien durchweg überdurchschnittlich ab. Damit erzielt Paris eines der besten Gesamtergebnisse. Die Stadt bietet eine große Anzahl kostenloser öffentlicher Wi-Fi-Hotspots und viele Firmensitze von Internet-of-Things Unternehmen.

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Ein Überblick über die Smart Cities in den USA und Europa

Um das Potenzial von Smart Cities zu untersuchen, arbeitete ProptechOS mit einer Liste von 100 Städten aus Europa und den USA, darunter Hauptstädte und Städte mit hoher Bevölkerungsdichte. Ursprünglich wollte das Softwareunternehmen eine Liste von 18 Indikatoren verwenden, die auf den Empfehlungen der OECD für Smart Cities basieren. Das Unternehmen entschied sich jedoch für eine geringere Anzahl von Indikatoren und schränkte die OECD-Definitionen ein, um einen faireren Vergleich zwischen den verschiedenen Städten zu gewährleisten. 

Um ein Ranking und einen Vergleich zu ermöglichen, wurde jeder Indikator bewertet und auf einen Wert von 100 normiert. Anschließend wurde jede übergeordnete Kategorie gleich gewichtet, um eine Endpunktzahl von 100 zu erhalten. Auf diese Weise konnte ProptechOS für jede Stadt eine abschließende Gesamtpunktzahl berechnen, die sich leicht mit anderen Städten vergleichen lässt. Der Smart City Index konzentriert sich auf europäische und US-amerikanische Städte. Obwohl andere Kontinente nicht berücksichtigt wurden, bietet er dennoch einen umfassenden Überblick über die Entwicklung und den aktuellen Stand von Smart-City-Technologien verschiedener Städte.


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