4 MIN. LESEDAUER

Smart City Dresden

19.03.19 09:45 - Geschrieben von: Bitkom Smart City Atlas


Der Themenbereich Smart City wird in der Landeshauptstadt Dresden organisatorisch vom Amt für Wirtschaftsförderung betreut. Darüber hinaus beschäftigt man sich auf zwei weiteren Ebenen mit Digitalisierungsprozessen. Dresden wird als 'Lighthouse City' im Programm HORIZON 2020 von der EU gefördert. In diesem City Portrait finden Sie sämtliche Informationen zum Engagement der Stadt Dresden im Smart City Bereich.

Smart City Dresden

Organisationsstruktur

Im Geschäftsbereich 1 der sächsischen Landeshauptstadt werden verwaltungsinterne Digitalisierungsprozesse entwickelt und betreut. Hier ist auch der CIO der Stadt angesiedelt. Zweitens drückt sich Digitalisierung als Querschnittsthema organisatorisch dahingehend aus, dass in jedem der sieben Geschäftsbereiche der Stadtverwaltung entsprechend verantwortliche Personen benannt sind. 

Meilensteine

Die Digitale Agenda Dresdens hat eine mehrjährige Entstehungsgeschichte. Dabei ging es zunächst darum, die Herausforderungen der Digitalisierung für die Stadt greifbar zu machen. Darauf folgte die Analyse der relevanten Zielgruppen, um die daraus resultierenden Handlungsfelder adäquat zu bestimmen. Schließlich formulierte die Stadt im Jahr 2018 ihre Digitale Agenda aus, die sich aktuell im Stadium der Umsetzung befindet

Motivation & Zielsetzung

Im Zentrum der digitalen Agenda der Stadt steht die Stadtentwicklung. Das Vorgehen orientiert sich an der Devise des proaktiven Herangehens, um Digitalisierungsprozesse selbst aktiv gestalten zu können, anstatt zu einem späteren Zeitpunkt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Die Kernziele der digitalen Agenda beinhalten eine agile Verwaltung, da von schnellen Prozessabläufen sowohl die Bürger als auch die Wirtschaft profitieren. Zusammengenommen hat sich Dresden der Herausforderung verschrieben, unter Berücksichtigung der technischen, organisatorischen, rechtlichen und ethischen Aspekte, die mit der Digitalisierung verbunden sind, den Bürgernutzen zu erhöhen.

Stakeholder & Beteiligung

In ihrer digitalen Agenda definiert die Landeshauptstadt Dresden die Bürger ebenso wie ansässige Wirtschaftsunternehmen, die Stadtverwaltung mitsamt den Angestellten sowie die Bereiche Wissenschaft und Tourismus als wesentliche Stakeholder. Diese wurden dahingehend in die Entwicklung der Agenda einbezogen, dass der Entstehungsprozess von einer fortlaufenden Diskussion begleitet wurde. Die Verzögerungen, die potenziell mit diesem Vorgehen verbunden sind, nahm man seitens der Stadt bewusst in Kauf. Für die Zukunft sind daher vorbereitete Partizipationsformate mit projektspezifischen Zielgruppen geplant. So entsteht aktuell beispielsweise der Verwaltungsneubau unter intensiver Mitwirkung von Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Im Bereich der Quartiersentwicklung wird der enge Kontakt zur Bevölkerung gesucht.

Chancen & Herausforderungen  

Die wesentlichen Chancen des Digitalisierungsprozesses sieht die Stadt in der Vereinfachung von Prozessen und Abläufen in der Verwaltung, verbunden mit einer diesbezüglichen Transparenz, von der Bevölkerung und Unternehmen profitieren sollen. Ferner verspricht man sich von passenden Maßnahmen im Bereich Smart City eine Reduzierung von Umweltbelastungen beispielsweise durch die Verbesserung der Luftqualität.

In Bezug auf mit der Digitalisierung verbundene Risiken wird auf Themen wie Überwachung und Datenschutz hingewiesen. Zum anderen sieht man die Gefahr einer Ausgrenzung, sollten einzelne Personengruppen im Digitalisierungsprozess zurückbleiben. Daher gilt es, die Bürger mitzunehmen und etwa durch eine angemessene Außenkommunikation zu informieren. Denn die größte Gefahr im Digitalisierungsprozess stellt aus Perspektive der Stadt die Inaktivität dar, aus der potenziell zukünftige Nachteile für den Standort Dresden resultieren könnten.

Kommunikation & Netzwerke

Angesichts der Vielzahl bestehender Netzwerke mit Smart-City- und Digitalisierungsbezug, von der lokalen bis hin zur europäischen Ebene, betont die Landeshauptstadt Dresden vor allem den Austausch im Rahmen des EUMAtchUP-Projekts, den regionalen Verbund »Silicon Saxony» und die »Digital Hub Initiative».

Zu den wesentlichen Strategien der Außenkommunikation bezüglich der Digitalisierung zählt Dresden einerseits die vielfältigen Bürgerbeteiligungsformate. Außerdem bemüht man sich darum, die Smart-City-Thematik in den Fokus der lokalen Wirtschaft zu rücken und Dresden überregional, z.B. auf Konferenzen, als führende Smart City zu kommunizieren. Schließlich werden Kampagnen genutzt, um das Thema in die Stadtöffentlichkeit zu tragen.

Wettbewerbe & Förderprogramme

Dresden wird u.a. als Lighthouse City im Rahmen des Programms Horizon 2020 von der EU gefördert. Außerdem gehört die Stadt zum WindNODE-Konsortium und ist somit Teil des Projekts »Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende (SINTEG)», das vom BMWi gefördert wird. Schließlich schreibt die Stadt Dresden selbst eine Innovationsförderung aus, mit der Projekte lokaler Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterstützt werden. 

Projektbeispiele: 

  • Rathaus-Online (Verwaltung):
    Im Rahmen der Modernisierung der Verwaltung wurde mit der Umsetzung des elektronischen Zugangs für Bürger und Institutionen im Jahr 2013 ein Bürgeraccount geschaffen, der es bereits jetzt erlaubt, per Authentifizierung durch den neuen Personalausweis Anträge bzw. Anliegen elektronisch einzureichen. Dieses Vorhaben findet seine logische Fortsetzung im Rahmen der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Demnach hat die Landeshauptstadt Dresden ein Projekt gestartet, mit dem die Umsetzung der elektronischen Formulare bereits bis Ende 2020 (gesetzlich laut OZG bis 2022) realisiert wird.

  • MAtchUp (Energie & Umwelt, Mobilität):
    Dresden entwickelt im Horizon 2020 Smart City Lighthouse Projekt der Europäischen Union gemeinsam mit internationalen Städten praktikable digitale Lösungen, die anderen Kommunen als Vorbild dienen sollen. Im Rahmen des Projekts geht es darum, intelligentere, saubere Städte zu schaffen, die den Herausforderungen des Klimawandels begegnen können. Ziel ist es, Städte, Industrie und Bürger zusammenzubringen, um Lösungen und Geschäftsmodelle umzusetzen, die zu messbaren Erfolgen, u.a. bei der Energie- und Ressourceneffizienz, führen.

  • Umsetzung eines elektronischen Langzeitarchivs (Verwaltung):
    Die Landeshauptstadt Dresden hat im Jahr 2018 ein elektronisches Langzeitarchiv auf Basis des OAIS-Standards (Offenes Archiv-Informations-System) eingeführt. Damit können zukünftig alle archivierbaren Akten, Urkunden etc. langfristig archiviert und der Gesellschaft elektronisch zur Verfügung gestellt werden.



Hinter einer Smart City versteckt sich ein Ökosystem von Smart City Lösungen. Finden Sie führende Lösungen und vernetzen Sie sich mit Städten, Unternehmen und anderen Smart City Akteuren auf bee smart city. Werden Sie Teil der weltweiten Smart City Community, teilen Sie Erfahrungen und lernen Sie von anderen Kommunen.

JETZT AUF BEE SMART CITY ANMELDEN!



Die Interaktive Karte: Smart City Atlas - Landkarte Deutschland

Weiterer Überblick nach Regionen:
Smart Cities "Made in Germany": Ostdeutschland

Entdecke weitere Smarte Städte in der Umgebung: Smart City Leipzig und Smart City Cottbus



Image Sources: 
iStock, ID: 816687232, Credit: MikeMareen; ID: 887626544, Credit: DaLiu

Bitkom Smart City Atlas

Geschrieben von: Bitkom Smart City Atlas

Die hier dargestellten Inhalte stammen aus der Studie "Smart City Atlas - Die kommunale digitale Transformation in Deutschland" der Bitkom und Fraunhofer IESE.

Smart City Expo World Congress 2022

Empfohlen

Smart City Newsletter

Bleiben Sie mit unserem Smart City E-Mail Newsletter jederzeit gut informiert, Registrieren Sie sich jetzt!

Jetzt anmelden!
Smart City Expo World Congress 2022