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Smart City Leipzig

19.03.19 09:50 - Geschrieben von: Bitkom Smart City Atlas


In Leipzig suchen sowohl Unternehmen als auch Bürger zunehmend eine städtische Anlaufstelle für die Themen Digitalisierung und Smart City. Eine zentrale Motivation, sich diesem Bereich proaktiv zu widmen, besteht also darin, diesen Anfragen begegnen zu können. In diesem City Portrait der Stadt Leipzig finden Sie sämtliche Informationen zum Engagement der Stadt im Bereich Digitalisierung und Smart City.

Smart City Leipzig

Organisationsstruktur

Die Themen Digitalisierung und Smart City verteilen sich bei der Stadt Leipzig aktuell über verschiedene Referate und Ämter der Stadtverwaltung, wo die jeweiligen Stellen mit der Umsetzung von entsprechenden Projekten beschäftigt sind. So sind im Dezernat Allgemeine Verwaltung die Themen IT-Koordination sowie der Bereich Verwaltungsdigitalisierung beheimatet. Im Dezernat Stadtentwicklung und Bau wird beispielsweise das städtische Geoinformationssystem angeboten und weiterentwickelt. Aktuell wird im Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales das Referat Digitale Stadt aufgebaut. Dieses wird die Funktion einer Koordinationsstelle übernehmen, die den Überblick über die digitale Transformation der Stadt Leipzig behalten soll. Als Anlaufstelle für diesbezügliche Fragen und Anregungen von außen (z.B. von Bürgern und Unternehmen) soll das Referat auch in die Stadtverwaltung wirken und die Zusammenarbeit mit den städtischen Beteiligungsunternehmen im Bereich Digitalisierung intensivieren.

Meilensteine

Bereits seit 2015 arbeitet die Stadt Leipzig an der Digitalisierung und Modernisierung ihrer Verwaltungsprozesse. Im gleichen Jahr startete das EU-Projekt "Triangulum", bei dem die Stadt Leipzig erste Erfahrungen mit Smart-CityMaßnahmen insbesondere in den Handlungsfeldern Energie, Mobilität und IT-Infrastruktur sammelte. Dadurch rückte die digitale Transformation zunehmend in den Fokus der Stadt. Damals schon erfolgten Planungen und Aktivitäten unter Einbindung externer Akteure, z.B. der Beteiligungsunternehmen der Leipziger Gruppe. In diesem Rahmen wurde auch das "Zukunftsforum" als Beteiligungsformat etabliert. 2017 erhielt Leipzig zusammen mit Dresden den Zuschlag als einer von zwölf nationalen Digital-Hub-Standorten des BMWi in den Bereichen Smart City, E-Health und Energie. 2018 erfolgte der Beschluss, das Referat Digitale Stadt einzurichten, das im April 2019 offiziell seine Arbeit aufnehmen wird. 

Motivation & Zielsetzung

Zusätzlich zur Motivation sich dem Bereich Smart City proaktiv zu widmen, begegnet die Stadt Leipzig mithilfe digitaler Verfahren den Anforderungen an eine moderne Verwaltung, um insbesondere auch den Herausforderungen einer wachsenden Stadt, wie z.B. steigendes Verkehrsaufkommen sowie zunehmender Energiebedarf, begegnen zu können. Dabei verfolgt Leipzig den Anspruch, die digitale Transformation zum Nutzen der Bürger und des Wirtschaftsstandortes zu gestalten. Das bedeutet einerseits die zunehmende Beteiligung der Zivilgesellschaft (Partizipation) und andererseits die Vielfalt der Unternehmenslandschaft zu fördern, beispielsweise durch günstige Bedingungen für Neugründungen und Startups. Auch die Beteiligungsunternehmen der Stadt (die sog. "L-Gruppe" – u.a. Leipziger Stadtwerke, Leipziger Wasserwerke und Leipziger Verkehrsbetriebe) werden eng in den Digitalisierungsprozess eingebunden.



Bart Gorynski - Managing Partner at bee smart city „Leipzig bedient sich einer proaktiven, bürgernahen Strategie und erreicht somit eine höhere Akzeptanz und schafft damit einen Bezug der Bürger zur Digitalisierung innerhalb der Stadt. Jeder wird auf dem kontinuierlichen Prozess miteingebunden, kann Ideen einbringen und ist bei der Umsetzung integrierbar.“
, sagt Bart Gorynski, Geschäftsführer der bee smart city GmbH.



Stakeholder & Beteiligung

Die zentralen Stakeholder, die die Stadt Leipzig in ihrer Digitalen Agenda vorgesehen hat, sind neben den Bürgern die lokal ansässigen Unternehmen, die städtischen Beteiligungsunternehmen und der Bereich Wissenschaft und Forschung. Diese wurden bisher vor allem im Rahmen des Triangulum-Projekts bei den Reihen "Zukunftsforum" (vor allem stadtintern und mit den Beteiligungsunternehmen) und "Zukunftslabore" (vor allem für Bürger) eingebunden. Darüber hinaus veranstaltete die Stadt Leipzig gemeinsam mit der Universität die "Hotspots der Stadtentwicklung", eine Reihe von Expertenvorträgen. In Zukunft soll die Beteiligung der Stakeholder intensiviert werden, was einerseits die Ausdehnung der bewährten Formate auf die gesamte Stadtgesellschaft beinhaltet. Andererseits ist die Erweiterung des Angebots vorgesehen. Diese Beteiligung soll anhand der Erarbeitung von digitalen Leitlinien erfolgen. 

Chancen & Herausforderungen  

Eine Chance, die die Stadt Leipzig mit der Digitalisierung verbindet, besteht in der Erleichterung und Verschlankungen von Verwaltungsprozessen durch Automatisierung. Darüber hinaus werden Chancen durch digitale Technologien im Rahmen des perspektivischen Ausstiegs aus der Kohleverstromung gesehen, beispielsweise in Bezug auf die Implementierung durch Smart Grids. Auch wenn die Lösungen in den Bereichen Energie, Verkehr und Wirtschaft bisher noch nicht vollständig entwickelt sind, lohnt sich hier aus der Perspektive der Stadt Leipzig bereits jetzt das Implementieren einzelner Projektbausteine im Sinne von Pilotmaßnahmen. Eine zentrale Herausforderung besteht ferner in der hohen Komplexität der digitalen Transformation in Verbindung mit Verwaltungsprozessen. So muss etwa dem mit der Automatisierung verbundenen Wegfall von Arbeit mit der Weiterqualifikation des städtischen Personals begegnet werden. Aus diesem Grund ist es notwendig, Akzeptanz für die Digitalisierung herzustellen und die diesbezüglichen Maßnahmen zu legitimieren. Sowohl in der Verwaltung als auch in der Stadtgesellschaft gilt es, die Menschen zu erreichen und mitzunehmen.

Kommunikation & Netzwerke

Netzwerke zu den Themen Digitalisierung und Smart City, in die die Stadt Leipzig eingebunden ist, sind neben konkreten Projektkonsortien stadtinterne Gruppen und Initiativen, wie z.B. der Verein Netzwerk Energie & Umwelt e. V. Deutschlandweit sind u.a. die "Dialogplattform Smart Cities" des BMI und das Netzwerk der MorgenstadtInitiative relevant. Auf EU-Ebene erfolgt ein intensiver Austausch zwischen den Teilnehmern des Triangulum-Verbunds.

Bezüglich der Außenkommunikation im Bereich Smart City führt die Stadt Leipzig vorrangig die oben aufgeführten Beteiligungsformate sowie Projekt- und Stadtwebseiten an. Eine dedizierte Kommunikationsstrategie, die Pressearbeit und Social-Media-Aktivitäten einbezieht, ist in Vorbereitung

Wettbewerbe & Förderprogramme

Leipzig wird über das EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 mit dem Projekt "Triangulum" gefördert und versucht, sich in diesem Zusammenhang zu einer europäischen Modellstadt zu entwickeln. Ebenfalls ist die Stadt im EUInterreg-Programm "Central Europe" mit den Förderprojekten "LOW-CARB" sowie "EfficienCE" vertreten. Hierbei geht es u.a. um die Reduzierung von Kohlenstoffemissionen. Auf Bundesebene wurde Leipzig bei der Erstellung eines Green City Plans im Rahmen des "Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020" unterstützt und ist Teil der Digital Hub Initiative des BMWi.

Projektbeispiele: 

  • Intelligentes Energiesystem (Energie & Umwelt):
    Die zukünftige Entwicklung von regenerativen und intelligenten Energiesystemen ist ein komplexes Unterfangen und benötigt neben den richtigen technologischen Voraussetzungen auch ein geeignetes Feld, in dem diese im Alltag erprobt werden können. Die Leipziger Stadtwerke entwickeln in diesem Zusammenhang die erforderlichen Technologien, Methoden und Algorithmen. Dies beinhaltet den Aufbau einer in Echtzeit steuernden ICTInfrastruktur, den Einsatz der Blockchain-Technologie zur Durchführung von Mikrotransaktionen anhand von Smart Contracts, die Modellierung und Vorhersage von Bedarfen durch Algorithmen mit künstlicher Intelligenz sowie die Einbindung von dezentralen Speicherlösungen (Second-Life-Batteriespeicher).

  • Urbane Datenplattform (Datenplattform):
    Die Entwicklung hin zur Digitalen Stadt benötigt eine Plattform für urbane Daten, Dienste und Applikationen. Die urbane Datenplattform soll die technische und organisatorische Architektur zur verantwortungsbewussten Nutzung der Potenziale kommunaler Daten bieten. Daten aus den Bereichen Energie, Umwelt, Mobilität, Wirtschaft und Soziales sollen verknüpfbar und auch in Echtzeit auswertbar gemacht werden. Auch hier sind die Leipziger Beteiligungsunternehmen ein wichtiger Partner.

  • Digitale Werkstatt (Verwaltung):
    In der Digitalen Werkstatt arbeiten seit 2019 Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie des städtischen Tochterunternehmens LECOS GmbH zusammen, um innovative Lösungen im Arbeits- und Wirkungsbereich E-Government bzw. Services zu entwickeln. Mit der digitalen Werkstatt sollen insbesondere die Fragen der Digitalisierung des Handelns der Verwaltung sowie die Herausforderungen zur Veränderung in der Kultur der Zusammenarbeit beantwortet werden. Hierfür wurde ein gemeinsames adaptives Organisations- und Prozessmodell zur kontinuierlichen Innovationsentwicklung geschaffen.



Dr. Alexander Gelsin - Managing Partner at bee smart city „Mit dem Zuschlag des nationalen Digital-Hub-Standortes des BMWi hat sich Leipzig stellvertretend für die gesamte Region offiziell zur Smart City Anlaufstelle entwickelt. Dies gründet in der hohen Kompetenzansammlung sich mit Digitalisierungsstrategien auseinanderzusetzen. Ein stadtweites Netzwerk über Zukunftslabore und -foren fördert diese Stadtentwicklung.“
, sagt Alexander Gelsin, Geschäftsführer der bee smart city GmbH.



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Die Interaktive Karte: Smart City Atlas - Landkarte Deutschland

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Image Sources: 
iStock, ID: 495480170, Credit: robertkuehne; ID: 546791124, Credit: tommL

Bitkom Smart City Atlas

Geschrieben von: Bitkom Smart City Atlas

Die hier dargestellten Inhalte stammen aus der Studie "Smart City Atlas - Die kommunale digitale Transformation in Deutschland" der Bitkom und Fraunhofer IESE.

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