5 MIN. LESEDAUER

Smart City Münster

19.03.19 09:48 - Geschrieben von: Bitkom Smart City Atlas


Für Münster ist die Gestaltung des stetigen digitalen Wandels kein Selbstzweck, sondern dient dem Erreichen sozialer, ökologischer und ökonomischer Ziele. Die Verantwortlichen sind daher entschlossen, die Chancen des technologischen Fortschritts zur Verbesserung der Lebensqualität und der wirtschaftlichen Attraktivität, sowie zur Steigerung der Effizienz der Verwaltung zu nutzen. Im nachfolgenden City Portrait finden Sie sämtliche Informationen dazu, wie die Stadt Münster diese Ziele erreichen will.

Smart City Münster - Kreativkai Hafen

Organisationsstruktur

In Münster befasst sich der städtische IT-Dienstleister citeq seit etwa fünf Jahren mit dem Thema Digitalisierung und der Smart City Infrastruktur. Über die in dieser Zeit vorgenommenen Digitalisierungsmaßnahmen hinaus hat die citeq eine städtische Digitalisierungsstrategie erarbeitet, die vom Rat der Stadt Münster im März 2018 beschlossen wurde. Diese umfasst eine große Bandbreite an Dimensionen einer nachhaltigen Stadtentwicklung und deckt Themen wie z.B. E-Government, Open Data und Bildung genauso ab wie den Bereich Smart City. Darüber hinaus soll für den Themenbereich Smart City die Stelle eines Chief Digital Officers (CDO) der Stadt Münster als Stabsstelle im Planungsdezernat besetzt werden. 

Meilensteine

Während die Anfänge des IT-Einsatzes in der Stadt in die 1970er Jahre zurückreichen, war die Erstellung der Website muenster.de in den 1990er Jahren ein wesentlicher Meilenstein des kommunalen Digitalisierungsprozesses. Davon ausgehend wurde die Implementierung von IT-Anwendungen in der Verwaltung immer zentraler. Dann erfolgte der Übergang zu E-Government-Diensten und schließlich Partizipations-Plattformen wie Mängelmelder oder Bürgerhaushalt. Im Jahr 2014/15 erfolgte der Beschluss zur Entwicklung einer digitalen Agenda für die Stadt Münster. Für das Jahr 2019 ist zudem die Besetzung der neu geschaffenen Stelle des CDO für den Themenbereich Smart City vorgesehen. 

Motivation & Zielsetzung

Dabei wird die Digitalisierung nicht als ein bzw. mehrere Einzelprojekte angesehen, sondern als stetige technische Weiterentwicklung. Die Motivation besteht darin, die Digitalisierung als nachhaltigen Prozess zu organisieren, damit Stadtverwaltung, Stadtkonzern und die gesamte Stadt zukünftig diesbezüglich stets auf dem aktuellen Stand sind. Die Stadt Münster verfolgt mit ihrer Digitalisierungsstrategie die Ziele, den Bürgern sowie Wirtschaftsunternehmen breitbandige Internetzugänge zu organisieren, die digitale Wirtschaft zu fördern und einen einfachen, digitalen Zugang zu Verwaltungsleistungen zu eröffnen. Die Stadtverwaltung möchte ihre eigenen Prozesse optimieren, Kooperationen mit geeigneten Partnern ausweiten, Partizipation erleichtern und die Standortqualität erhöhen. Hierzu wollen die citeq und die städtischen Ämter und Einrichtungen die relevanten technischen Trends aufgreifen und so gemeinsam zum Treiber der Digitalisierung werden.

Stakeholder & Beteiligung

Zu den Stakeholdern der Digitalisierungsstrategie und des gesamten Digitalisierungsprozesses zählt die Stadt Münster neben der Verwaltung auch die Stadtwerke, die Universität und die Hochschulen, große Unternehmen und Einrichtungen sowie die Stadtgesellschaft insgesamt. Bei der Erstellung der Digitalisierungsstrategie durch die citeq setzte man zunächst auf interne Beteiligungsprozesse in Form der Einbindung des Verwaltungsvorstands und einiger Gremien. Aktuell wird der Beteiligungsprozess zunehmend nach außen hin geöffnet, beispielsweise in Form eines Arbeitskreises mit der Universität Münster. Beteiligungsmechanismen wie Bürgerabstimmungen sollen in Zukunft ausgebaut werden. 

Chancen & Herausforderungen  

Münster sieht den Digitalisierungsprozess, neben der bereits genannten Motivation, als Chance für eine positive gesellschaftliche Veränderung. Die Stadt sieht dabei das Potenzial, dass sich Digitalisierungsmaßnahmen positiv beispielsweise auf die Verkehrssituation und damit auch auf die Umwelt auswirken. Insgesamt betrachtet man die Digitalisierung auch als Chance für ein besseres Miteinander aller relevanten Nutzergruppen. Aber auch Risiken der zunehmenden Vernetzung einer steigenden Zahl von IT-Systemen und -Komponenten hat die Stadt Münster im Blick. IT-Sicherheit und Datenschutz müssen beachtet und gewahrt werden. Auch eine zunehmende Abhängigkeit durch die zukünftig vollständig digitalisierten Prozesse stellt einen Risikofaktor dar. Hingewiesen wird zudem auf Automatisierungsprozesse und künstliche Intelligenz, die sich negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken könnte.

Kommunikation & Netzwerke

Eine wesentliche Plattform, auf der Erfahrungen gebündelt und weitergegeben werden, besteht in dem "Dachverband kommunaler IT-Dienstleister" (KDN) in Nordrhein-Westfalen, mit dem ein Rahmen für die Zusammenarbeit in der kommunalen IT geschaffen wurde. Zudem haben die einzelnen Fachabteilungen der Stadtverwaltung in Münster ihre eigenen Netzwerke mit Digitalisierungsbezug. Um das Thema Digitalisierung nach außen zu kommunizieren, nutzt die citeq u.a. Twitter.

Wettbewerbe & Förderprogramme

Im Jahr 2018 hat sich die Stadt Münster am Wettbewerb "Stadt.Land.Digital" des BMWi beteiligt. Maßnahmen in den Bereichen Digitalisierung und Smart City werden, mit Ausnahme der Breitband-Förderprogramme von Bund und Land, vorwiegend mit eigenen Mitteln realisiert. 

Projektbeispiele

Folgende Projekte sind Teil der Smart City Entwicklung der Stadt Münster. Diese stellen nur einen kleinen Auszug aller Aktivitäten dar.

  • Schul-IT (Bildung)

    Es wurde ein pädagogisches Systemmanagement etabliert, das die Integration und Steuerung von (mobilen) Endgeräten ermöglicht, einschließlich lehrer- und schülereigener Geräte. Das System bietet umfangreiche Funktionalitäten, um den schulischen Digitalisierungsprozess voranzutreiben und zu unterstützen. Dies beinhaltet u.a. den ortsunabhängigen Zugriff auf die Unterrichtsdaten, über Smartphones abrufbare Schulpanel (z.B. Stunden- und Vertretungspläne) sowie schulische und persönliche Kalender. 

  • Strategie (Verwaltung)

    Im Rahmen dieses Projekts wurde eine "offene und allgemeine Digitalisierungsstrategie" für den Verwaltungsbereich erarbeitet. Die Strategie wurde von der citeq nicht nur für die Stadt Münster, sondern auch für interessierte umliegende Kommunen entwickelt. Die digitale Verwaltungsstrategie zeichnet sich durch ihre thematische Breite (von E-Government über Open Data bis Smart City) und ein integriertes Change-Management aus.

  • Serviceportal (Verwaltung)

    Gegenstand des Vorhabens ist der umfassende Ausbau verwaltungsbezogener Onlinedienste für Münster. Zentral ist hierbei der kooperative Ansatz, sodass sich die Stadt Münster dieser Herausforderung nicht allein stellt, sondern mit den Umlandgemeinden kooperiert.

Werden Sie Teil der weltweiten Smart City Community!
Hinter einer Smart City versteckt sich ein Ökosystem von Smart City Lösungen. Finden Sie führende Lösungen und vernetzen Sie sich mit Städten, Unternehmen und anderen Smart City Akteuren auf bee smart city. Werden Sie Teil der weltweiten Smart City Community, teilen Sie Erfahrungen und lernen Sie von anderen Kommunen.

JETZT AUF BEE SMART CITY ANMELDEN!



Weitere Inhalte zum Smart City Atlas Deutschland:

 



Bildquellen:
iStock, ID: 619729354, Credit: querbeet
iStock, ID: 493766233, Credit: typhoonski

Bitkom Smart City Atlas

Geschrieben von: Bitkom Smart City Atlas

Die hier dargestellten Inhalte stammen aus der Studie "Smart City Atlas - Die kommunale digitale Transformation in Deutschland" der Bitkom und Fraunhofer IESE.

Smart City Expo World Congress 2022

Empfohlen

Smart City Newsletter

Bleiben Sie mit unserem Smart City E-Mail Newsletter jederzeit gut informiert, Registrieren Sie sich jetzt!

Jetzt anmelden!
Smart City Expo World Congress 2022